Interview mit Daniel Günther

Die Schülerpost im Gespräch mit unserem Ministerpräsidenten

Daniel Günther ist Ministerpräsident von Schleswig-Holstein. Die Mutter von Cornelius Bormann (Klasse 4b) kennt ihn noch aus ihrer Schulzeit in Eckernförde. Sein Bruder hat ihr Nachhilfe in Mathematik gegeben. Wir von der Schülerpost haben ihm geschrieben und gefragt, ob er für ein Interview für unsere Schülerzeitung zur Verfügung steht. Daniel Günther hat trotz vieler Termine rasch zugesagt. Am 20. November waren wir zur Videokonferenz verabredet.

Cornelius: Wie muss ich Sie eigentlich offiziell nennen? Herr Ministerpräsident, Herr Günther, ...?
Daniel Günther: Heute kannst Du mich ansprechen, wie Du Deine Lehrerin ansprichst. Wie nennst Du die?

Cornelius: Frau Sanitz.
Daniel Günther: Ok, dann darfst Du Herr Günther zu mir sagen. Das hört sich doch gut an, oder?

Cornelius: Was erinnern Sie aus ihrer Schulzeit, Herr Günther?
Daniel Günther: Oha, eine ganze Menge. Ich habe sowohl die Grundschule als auch das Gymnasium in Eckernförde besucht. Ich war kein besonders guter Schüler (lacht). In jungen Jahren ging es noch, in der Grundschule war ich schon eher so im 2er-Bereich und nachher wurde es dann etwas schlechter. Dann hatte ich einen 3er-Schnitt, auch später im Abi. Aber ich denke trotzdem immer gerne zurück an meine Schulzeit, und es hat mir immer total Spaß gemacht, auch wenn ich mal eine schlechte Note hatte. Ich erinnere auch gerne meine Klassenfahrten, zum Beispiel meine Klassenfahrt nach Rantrum auf Sylt. Und in der Oberstufe war ich in England eine ganze Woche, das hat auch wahnsinnig viel Spaß gemacht. Für mich war die Schulzeit etwas Schönes.

Cornelius: Haben Sie ein schönstes/unangenehmstes Schulerlebnis?
Daniel Günther: Also, wenn man sein Abizeugnis in den Händen hält, das fühlt sich schon gut an! Und das Unangenehmste…ich habe mal einen Tadel in der Schule bekommen. Von einem Biolehrer, der nicht mal mein Biolehrer war! Wir waren vor seiner Klasse – wohl zu laut – und dann ist er aus der Tür raus gestürmt und hat gleich Tadel verteilt. Das war etwas peinlich.

Cornelius: Was war Ihr Lieblingsfach?
Daniel Günther: Erdkunde fand ich ziemlich gut und Musik hat mir auch Spaß gemacht, aber meisten Spaß gemacht hat mir tatsächlich Mathe.

Cornelius: Und welches Fach mochten Sie gar nicht?
Daniel Günther: Physik war nicht so mein Fach. Das darf aber keiner wissen, weil mein Vater Physiklehrer war (lacht). Und in Fremdsprachen war ich auch nie besonders gut, gebe ich zu.

Cornelius: Haben Sie mal eine 5 geschrieben – oder haben Politiker immer gute Noten gehabt?
Daniel Günther: Nein, ich war ja damals noch kein Politiker und von daher wurde ich immer genauso behandelt wie alle anderen auch. Das gehört sich auch so. Und ich kann nicht leugnen, dass ich ein paar Fünfen in der Schule geschrieben habe, ein paar mehr sogar.

Cornelius: Wann sind wir Corona los, was denken Sie?
Daniel Günther: So richtig los wahrscheinlich nie, weil es solche Viren ja immer gibt. Auch die Coronaviren wird es immer geben. Aber ich hoffe zumindest, dass wir nach Ostern wieder mehr Normalität haben werden und es auch in der Schule nicht mehr eine so große Belastung ist. Aber bis dahin wird es sicher immer noch ein paar Einschränkungen geben.

Cornelius: Haben Sie auch bei der Schülerzeitung gearbeitet?
Daniel Günther: Ich habe auch immer bei Schulprojekten mitgemacht, aber nie bei der Schülerzeitung. Aber ich habe sie natürlich immer gelesen!

Cornelius: Wollten Sie schon immer Ministerpräsident werden?
Daniel Günther: Nein, aber ich bin auch nicht böse drum, dass ich es geworden bin. Mir macht das total viel Spaß. Berufspolitiker zu werden, das war nicht mein Ziel. Die Chance hat sich ergeben, und dann habe ich kandidiert und dann hat es auch geklappt.

Cornelius: Was wollten Sie denn werden?
Daniel Günther: Das hat je nach Alter etwas variiert, aber ich glaube, die meiste Zeit wollte ich Polizist werden.

Cornelius: Was ist das Tollste an Ihrem Beruf?
Daniel Günther: Mein Beruf ist sehr abwechslungsreich und ich lerne wahnsinnig viele Menschen kennen und bekomme dadurch auch immer wieder neue Ideen für das, wofür man sich als Politiker einsetzen kann.

Cornelius: Wollen Sie mal Bundeskanzler werden?
Daniel Günther: Ich bin sehr glücklich, dass ich Ministerpräsident geworden bin. Und genauso wenig, wie ich das Ziel hatte Ministerpräsident zu werden, habe ich auch nicht das Ziel, Bundeskanzler zu werden. Ich bin wirklich sehr glücklich hier.

Cornelius: Was kommt nach der Politik?
Daniel Günther: Ich habe mir noch nichts vorgenommen bisher. Im Moment macht es mir so viel Spaß, dass ich das noch ein bisschen länger machen möchte.

Cornelius: Werden Sie auf der Straße oft erkannt und angesprochen?
Daniel Günther: Ja, sehr oft. Jetzt in Coronazeiten ist es natürlich etwas weniger. Aber normalerweise sprechen mich ganz viele Leute an. Aber immer ganz nett und freundlich.

Cornelius: Wenn ich Sie das nächste Mal in Eckernförde sehe, darf ich dann "hallo" rufen?
Daniel Günther: Na sicher! Und dann darfst Du auch Daniel zu mir sagen und dann sage ich Cornelius zu Dir.

Cornelius: Vielen Dank für das Gespräch und bis bald vielleicht einmal in Eckernförde!

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Schuljahr 2020/2021